TorDACH Deutschland / Germany

Kompetenzzentrum für lokale Unwetter in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Kompetenzzentrum für lokale Unwetter in Deutschland
Center of Competence for Severe Local Storms in Germany

Wasserhosen Klimatologie / Waterspout climatology

Archive V 1.6.00 - Herbst / Autumn 2007


Weitere Informationen / Further reading

Für weitere und detailliertere Informationen beachten Sie bitte die in den Publikationen von TorDACH und ESSL vorgestellte Wasserhosen Klimatologie. Alle hier gezeigten Bilder und Texte werden NICHT MEHR aktualisiert und geben für zukünftige Vergleiche den Datenbestand bis Ende 2005 wieder. Aktualisierte Daten und Auswertungen finden Sie bei ESSL bzw. in der ESWD-Datenbank.

For further and more detailed information, please refer to the waterspout climatology presented in the publications by TorDACH and the ESSL. All figures and texts shown here will NO LONGER be updated and present the state of the database until end of 2005, for future comparision. Updated raw data and evaluations can be found at ESSL or in the ESWD database, respectively.


German waterspout map: All reports German population density map German topographic map

Karten aller Wasserhosen-Meldungen / Maps of all waterspout reports

Derzeit liegen 306 Wasserhosen-Meldungen bis 2005 vor. Das linke Bild gibt jede Meldung separat an (306 Fälle mit genau bekanntem Ort). Die Farben der Kreise bezeichnen Wasserhosen-Typen (rot = Wasserhose, grün = aufs Land ziehende Wasserhose).

Zum Vergleich und zur Interpretation zeigt die zweite Grafik von links die Bevölkerungsdichte (dunklere Farben entsprechen höheren Zahlenwerten). Die dritte Grafik ganz rechts stellt das Geländerelief (Orographie) in Deutschland dar.

Falls Sie weitere Unwetterereignisse kennen, melden Sie diese bitte via ESWD Datenbank oder senden Sie unseren Fragebogen ein!

There are a total of 306 recorded waterspout observations in Germany until 2005. The leftmost graph gives each report separately (306 cases with accurate location). Circle colors denote waterspout types (red = waterspout, green = landfalling waterspout).

For comparison and interpretation, the second graph from the left shows the population density (darker colors indicate higher numerical values), and the third, rightmost graph depicts the terrain relief (orography) in Germany.

If you know additional severe local storms, please report them via ESWD database or download and fill in our questionnaire!


German waterspout map: Reports since 1950 German waterspout map: Incidence since 1950 German population density map German topographic map

Karten der Wasserhosen-Meldungen seit 1950 / Maps of waterspout reports since 1950

Die beiden Wasserhosenkarten links zeigen die von 1950-2005 verzeichneten Wasserhosen-Beobachtungen in Deutschland. Das ganz linke Bild gibt jede Meldung separat an (236 Fälle mit genau bekanntem Ort). Die Farben der Kreise bezeichnen Wasserhosen-Typen (rot = Wasserhose, grün = aufs Land ziehende Wasserhose). Die zweite Grafik von links zeigt die Beobachtungshäufigkeit. Dazu wurde auf einem 0.50° × 1.00° Breite-Länge Gitter die Wasserhosendichte pro Jahr pro 10.000 Quadratkilometer von 1950 bis 2005 berechnet. Die Zahlen sind auf eine Nachkommastelle gerundet, d.h. die Zahl 0.0 bedeutet 0 bis 0.05 Meldungen pro Jahr pro 10.000 km², die Zahl 0.1 bedeutet 0.05 bis 0.15 Meldungen pro Jahr pro 10.000 km², usw.

Zum Vergleich und zur Interpretation zeigt die dritte Grafik von links die Bevölkerungsdichte (dunklere Farben entsprechen höheren Zahlenwerten). Die vierte Grafik ganz rechts stellt das Geländerelief (Orographie) in Deutschland dar.

Es wurden und werden mit Sicherheit zu wenig Ereignisse gemeldet. Zweitens fällt auf, dass es zwar auf dem Bodensee viele, aber auf den bayerischen Seen nur wenige Wasserhosen gibt. Überdies bleiben die Wasserhosen auf dem Bodensee fast immer auf dem Wasser und ziehen nicht auf den Küstenstreifen.

The two left maps show the recorded waterspout observations in Germany from 1950-2005. The leftmost graph gives each report separately (236 cases with accurate location). Circle colors denote waterspout types (red = waterspout, green = landfalling waterspout). The second figure from the left gives incidence of reports from 1950-2005. Here, on a 0.50° × 1.00° latitude-longitude grid spacing, waterspout density per year per 10,000 square kilometers has been computed from 1950 to 2005. Numbers are rounded to one digit accuracy, i.e. the number 0.0 means 0 to 0.05 reports per year per 10,000 km², the number 0.1 means 0.05 to 0.15 reports per year per 10,000 km², and so on.

For comparison and interpretation, the third graph from the left shows the population density (darker colors indicate higher numerical values), and the fourth, rightmost graph depicts the terrain relief (orography) in Germany.

Definitely, there have been, and are, too few reports of these events. In addition, it is striking that while there are many waterspouts on lake Constance, there are few on the Bavarian lakes. Besides, waterspouts on lake Constance nearly always stay on the lake and do not make landfall.


German waterspout reports since 1800

Wasserhosenmeldungen seit 1800 / Waterspout reports since 1800

Es gab nur 1 bis 3 Meldungen pro Jahr zwischen 1880 und 1999. Seit ca. dem Jahr 2000 hat die Zahl der Meldungen dramatisch zugenommen, in erster Linie von schwachen Ereignissen. Dieser Beobachtungstrend wird sich wohl fortsetzen. Es handelt sich hier in erster Linie um einen Beobachtungseffekt und nicht das Abbild des globalen Klimawandels - siehe dazu auch die Klimawandel Seite (oder das BMBF-Projekt RegioExAKT).

There were only 1 to 3 reports per year between 1880 and 1999. Since about the year 2000, the number of reports has risen dramatically, mainly concerning reports of weak events. This trend is very likely to continue. It is mainly a reporting effect and not the footprint of global climate change - see also the global change page (or the BMBF project RegioExAKT).


Annual cycle of German waterspout reports

Jahresgang der Wasserhosenmeldungen, monatlich / Annual cycle of waterspout reports, monthly

Die monatliche Variation der reinen Wasserhosen Aktivität (rot) ist ziemlich typisch - mit einem Maximum im August und einem Minimum von Oktober bis April. Auffallend ist der ganz unterschiedliche Verlauf des Jahresgangs der auf das Land ziehenden Wasserhosen (grün), der eher dem der Tornados über Land entspricht. Hier liegt offenbar wirklich eine unterschiedliche Klimatologie vor!

The monthly variation of waterspout activity (red) is quite typical with a maximum in August and a minimum from October to April. What is striking is the completely different annual cycle for the landfalling waterspouts (green), resembling the annual cycle of tornadoes over land. Apparently, these two classes of events have a truly distinct climatology!


Annual cycle of waterspout reports, daily

Jahresgang der Wasserhosenmeldungen, täglich / Annual cycle of waterspout reports, daily

Bei genauerem Hinsehen, und ohne alle Fälle eines Monats aufzusummieren, erhält man diese detailreichere Abbildung. Sie zeigt: (i) die Verteilung der Wasserhosen, d.h. wie viele Wasserhosen in der TorDACH Datenbank an einem vorgegebenem Tag stattgefunden haben, (ii) die Verteilung der Wasserhosen Tage, d.h. wie viele Male sich in den TorDACH Aufzeichnungen mindestens eine Wasserhose an einem vorgegebenen Tag in all den Jahren findet.

Die Abbildung zeigt die Zahl der Wasserhosen anhand der grün gefärbten senkrechten Striche, ein gleitendes 15-Tage Mittel wird durch die dicke rote Linie dargestellt. Ein absolutes Maximum im August wird offenbar, und Nebenmaxima Ende Juni / Anfang Juli bzw. September. Allerdings ist die Statistik wegen der relativ geringen Zahl der Ereignisse noch recht rauh.

Im Gegensatz dazu wird das gleitende 15-Tage Mittel der Wasserhosen Tage in Deutschland durch die dicke blaue Linie dargestellt. Zeiten mit einem Zwischenraum zwischen der dicken roten und der dicken blauen Kurve zeigen, dass die Sommermonate, besonders Juni bis September, die höchste Zahl mehrfacher Wasserhosenbildungen haben.

Looking a bit closer and not summing up all cases that occurred during a whole month we end up with this more detailed picture showing: (i) the distribution of waterspouts, i.e. how many waterspouts in the TorDACH records occurred one one particular day, (ii) the distribution of waterspout days, i.e. how many times in the TorDACH records any waterspouts occurred on one particular day during all the years.

The figure shows number of waterspouts by the green-colored impulses. and a 15-day running average is given by the bold red line. An absolute maximum in August and secondary maxima in late June / early July and September become evident here. However, due to the relatively small number of events, the statistics are still a bit noisy.

Complimentary, a 15-day running average of waterspout days in Germany is depicted by the bold blue line. Times with spread between the bold red and blue curves indicate that the summer months, especially June to September have the most days with multiple waterspout events occurring.


Diurnal cycle of waterspout reports in Germany

Tagesgang der Wasserhosenmeldungen / Diurnal cycle of waterspout reports

Die Ereignisse zeigen im Prinzip ein vormittägliches Maximum der Wasserhosen Aktivität. Aber auch hier macht sich neben der geringen Zahl erfasster Ereignisse ein signifikanter Beobachtungseffekt durch die starken Schwankungen im abgeleiteten Tagesgang bemerkbar: Wasserhosenmeldungen von Schiffen (SYNOP) werden vorwiegend zu den meteorologischen Stunden abgegeben (00, 12 UTC; 06, 18 UTC; 03, 15 UTC) und erzeugen damit die Spitzen im Tagesgang. Die mit a)-e) bezeichneten Säulen sind der Tagesgang der Meldungen, deren Zeitangabe nur als (a) morgens, (b) mittags, (c) nachmittags, (d) abends und (e) nachts angegeben wurde.

The events recorded so far show in principle a morning maximum of waterspout activity. However, also in this graph, aside from the small number of recorded events also a reporting bias still results in significant oscillations in the derived diurnal cycle: Ship reports (SYNOP) of waterspouts are mainly issued at the meteorological hours (00, 12 UTC; 06, 18 UTC; 03, 15 UTC) and thus cause the observed spikes in the diurnal cycle. The columns denoted a)-e) represent the diurnal cycle of those reports indicating the event time only as (a) morning, (b) midday, (c) afternoon, (d) evening, (e) night.



Wasserhosen Intensitätsverteilung / Waterspout intensity distribution

Die Wasserhosen Intensitätsverteilung p(F) oder p(T) ist sehr wichtig: Sie gibt an, wieviel Prozent der Wasserhosen schwach (F0, F1) oder stark (F2, F3) sind. Mit dieser Verteilung kann die erwartete Gesamtzahl aller Wasserhosen pro Jahr bestimmt werden, sowie das Risiko bzw. Wiederkehrintervall für Wasserhosen einer vorgegebenen Stärke.

Leider haben bisher so gut wie keine Wasserhosen eine F- oder T-Einstufung. Man kann lediglich sagen, dass normalerweise F2 die höchste Intensität ist, und die meisten Wasserhosen F0 bzw. F1 Intensität haben. Mehr Lesestoff zu Tornado Intensitäten: Klicke HIER!

The waterspout intensity distribution p(F) or p(T) is very important: It provides information on the percentage of weak (F0, F1) or strong (F2, F3) waterspouts. Using this distribution allows to determine the expected total number of waterpouts per year. Also, the risk or recurrence interval of waterspouts of a given intensity can be estimated.

Unfortunately, extremely few waterpouts have an F- or T-rating up to now. What can be said with some confidence is that normally F2 is the highest intensity, and that most waterpouts have F0 or F1 intensity. Further reading on tornado intensities: Click HERE!


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